Erstens kommt es anders…

Kaiserpower!

Kaiserpower!

…und zweitens als man denkt! – Diese Weisheit trifft voll auf die zurückliegende Saison zu! War ein Wettkampf geplant, ging er in die Hose! War er spontan “eingeschoben”, stand Mr. Bestzeit vor der Türe. So auch beim verlängerten Saisonende in Schwäbisch Gmünd!
Auf der Fahrt in die Heimat, muß meinem Immunsystem wohl langweilig gewesen sein. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, daß pünktlich ein Tag vor dem Wettkampf, ein paar olle Bazillen in mir eine Party feiern durften! Soll heißen: genau ein Tag vor dem Kaiserteam Take Off habe ich mir eine schöne (zum Glück leichte) Erkältung eingefangen. Eigentlich stand der Entschluss nicht zu starten schon fest, aber als ich meine Entscheidung dem Kaiser mitteilte, merkte ich ganz schnell, dass dieser darüber  “not amused” war. Nach langem gedanklichen hin und her, entschloss ich mich dann doch, das schwarze Bier-Leibchen mit integriertem Sparschwein über den Hohenstaufen, den Rechberg hinauf zu tragen. Und dies sollte auch gut so sein… Just in time (10 Sek. vor dem Startschuss)  reihten sich der Kaiser (der dieses Jahr einen hervorragenden 3. Platz belegte) und ich, bei muckeligen 2 Grad, in den Block ein. Und dann ging es auch schon los! Jürgen war nach ein paar Minuten auf und davon und so lief ich eine ganz Weile mit Sven, dem anderem 25K Mitstreiter dem Alb-Traum entgegen! Bis auf die zwei Baustahl-Stangen im Hals, war anfangs alles in Ordnung. Ab KM 12 dann aber wurde es interessanter. In Sorge, daß die Kollegen hinter mir den richtigen Weg nicht finden würden, habe ich in regelmäßigen Abständen die Ideal-Linie markiert. Ganz biologisch versteht sich! Mal mit dem Mund, mal mit der Nase! Sowas kostet natürlich Zeit, und da ich mich ganz der Streckenmarkierung widmete, bemerkte ich nicht, wie auch der Sven langsam aber sicher davon lief. Ab KM 17 mußte ich meine Aufmerksamkeit dann doch teilen, denn der kalte Wind hatte meine beiden Arme weggeweht. Just in dem Moment als ich zurücklaufen wollte um sie wieder einzufangen, bemerkte ich, daß sie ja doch noch an mir befestigt waren. Zwar etwas blau und verschrumpelt, aber sie baumelten noch fröhlich herum! Diese Erleuchtung hatte den Vorteil, daß ich inzwischen schon bei KM 23 war. Nur noch zwei Kilometer dachte ich mir, zum Glück! Ja,… zum Glück waren auch die zwei Eisenstangen im Hals weg. Aber zum Unglück war an dieser Stelle jetzt drei Meter Stacheldraht! Nicht der vom Bauern, sondern der vom Bund! Das war dann auch der Grund wieso ich dem jodelnden Lauf-Burschen neben mir akustisch nichts entgegensetzen konnte! Im Ernst, was hat er sich nur bei dieser Atemtechnik nur gedacht??? Daß ich von dem Sound (Martina Hingis ist ein WITZ dagegen!!!) tod umfalle und er sich den 6. Platz erstöhnen kann? Anfangs des letzten Kilometer dachte ich für eine Sekunde dass er damit Erfolg haben würde. Doch zum Glück war da noch Mr. Wut der in meinen Adern so lange “Huba Huba” machte, daß ich letzendlich noch beschloß dieser abartigen Stöhnmaschine davonzulaufen! Bei aller Toleranz für Gottes großen Zoo, aber so etwas habe ich wirklch noch nicht erlebt! Wenn ich im Nachhinein an den Heini denke, weiß ich nicht ob ich lachen oder in die Tischplatte beißen soll! Naja jedenfalls war der Alb-Traum nach 1h48min zu Ende. Trotz aller Qual und der Erkältung sage ich “leider”, denn dies’ war mit Abstand der zwar Härteste (780Hm fühlten sich an wie Berg, Wand, WTF???, Wand, Berg, WTF, WTF???) aber auch der mit Abstand schönste Lauf, an dem ich bis heute teilgenommen habe. Konsequenz? Nächstes Jahr komme ich wieder! Ohne Eisenstangen, ohne Streckenmarkierungs-Job und vor allem: Ohne lustigen Koich-Kasper!

P.S.: Platzierungen des Kaiserteams im Überblick:

50KM: Jürgen Wieser,   3. Platz in 3:29:45
25KM: Sven Jacobsen,  4. Platz  in 1:47:59
            Flinker Ferdi,      6. Platz  in 1:48:41

Es ist erst vorbei…

Jürge, flinker Ferdi, Mister X aus Altdorf

v. li. Jürgen Wieser, flinker Ferdi; nicht zu sehen: Mister X aus Altdorf.

…wenn es vorbei ist! – Ursprünglich war der Köln Marathon 2011 ja als Schlusspunkt der diesjährigen Saison geplant. Doch wenn der Kaiser der Kaiserberge zum Tanz bittet, kann man natürlich unmöglich “Nein” sagen!
Jürgen Wieser
, 11-facher Albmarathon Champion (Streckenrekordhalter), Süddeutscher Meister im Marathon, Bayerischer Vizemeister im Marathon, usw. usw, hat mich unwürdigen Läufer-Bauer also in das Kaiser-Team berufen. Zusammen mit einem weiteren Athleten, werden wir am 22.10.2011 als Kaiser-Team beim Albmarathon an den Start gehen. Die Sparkasse Ostalb und Wasseralfinger Bier (selbstverständlich die beste Brauerei der Welt) werden dabei unsere prominentesten Unterstützer sein. Das Ziel des Kaisers ist klar vor Augen: der zwölfte Titel auf der 50 KM Distanz. Der Altdorfer Athlet und ich werden auf der 25KM Distanz unser Unwesen treiben. Unser Anspruch kann natürlich nur eine eine Top Platzierung sein, denn wenn man unter dem Banner des Kaisers startet, gilt es Leistung zu zeigen!

Heißes Tänzchen

Der "Arsch" ist mir glaub' unterwegs aus der Hose gefallen...

Der "Arsch" ist mir glaub' unterwegs aus der Hose gefallen...

…das war der Köln Marathon 2011. 24 grad waren angekündigt, gefühlte 42 sind es dann letztendlich doch geworden. Es ging es also, nach einem völlig chaotischen Hinweg (danke Deutsch Bahn!), mit ein paar Minuten Verspätung auf den Feuer-Kurs! Das bei den herrschenden Temperaturen früher oder später wieder Helm-Pflicht angesagt sein würde, war von vornherein klar. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass der Veranstalter bereits bei Kilometer 6, anstatt wie abgemacht bei Kilometer 38, den Sauerstoffhahn zugedreht hat! Ab Kilometer 20 war ich mir dann auch garnichtmehr so sicher was ich hier so mache und ob es nicht besser wäre einfach stehen zu bleiben. Zum Glück ist mir dann ein netter Marathoni in die Beine gelaufen und hat mich wachgerüttelt. Ich habe es dann doch noch bis zur 33er Marke geschafft wo der gute Alfons mit ner Coke auf mich wartete und mir nochmal erklärte was ich tun soll! “Lauf einfach!” Diese zwei einfachen Worte sind dann zum Glück bis unter meine Glocke durchgedrungen. Und wenn der Alfons das sagt, dann mach ich das besser auch! Ich weiß nicht warum, aber die Kombination Alfons und Coke hat dann auf den letzten Kilometern doch noch sehr gut funktioniert! Das sah dann ungefähr ein paar mal so aus: Er hat mit dem (verbalen) Finger auf ein humpelndes Gespenst vor mir gezeigt und ich habe dafür gesorgt, daß dieses jetzt weiß was hintem auf meinem Trikot steht. Und jetzt im Ernst: Am Ende war ich fast schon überrascht dass noch eine 2:44 auf der Uhr stand als ich ins Ziel kam. Den Grund dafür kennen wir ja aber nun. Alfons, wenn Du mich das nächste mal begleitest, gibts keine “4″ mehr an “zweiter” Stelle! ;)